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Szenen einer Ehe Divergierende politische Kulturen als Störfaktor bei wirtschaftlicher Zusammenarbeit sind Thema der Diplomarbeit von Cordula Thum. Auch der «couple franco-allemand» macht da keine Ausnahme. Die jüngst heraufbeschworene Krise deutsch-französischer Wirtschaftsbeziehungen, so durch das Mißlingen der „Verlobung der Börsen Frankfurt und Paris“, die Absicht der DaimlerChrysler-Tochter Dasa und British Aeorspace (BAe) ein gemeinsames Luft- und Raumfahrtunternehmen bilden zu wollen, und nicht zuletzt die Liaison der Deutschen Telekom mit der Telecom Italia, zieht seine Kreise. „Perfide Allemagne“ (so die Überschrift auf dem Titelblatt der Tageszeitung „Le Monde“ vom 27 avril 1999), „Verrat“ wittert das Börsenblatt „La Vie Française“ ( und beklagt sich über die „Schockwellen“ aus Richtung Deutschland), mit „Vorwänden“ hätten die Deutschen ihren „Ehebruch“ kaschiert und französische Unternehmen ausgebootet, empört sich die linksliberale Tageszeitung „Libération“. Sind in diesem Zusammenhang kulturelle Unterschiede im Management zwischen Deutschland und Frankreich nicht als ein wesentlicher Störfaktor zu sehen? Die Analyse des Verhältnisses zur Autorität in Frankreich und Deutschland und den daraus resultiereden interkulturellen Konfliktpotentialen bei der Kooperation von Unternehmen (Diplomarbeit) setzt genau an jenem Punkt an. Denn das Management à la française bzw. à l´allemande kann nur aus dem Hintergrund der kulturellen Entwicklungen (mit besonderer Bedeutung des politischen Systems) verstanden werden. So stellt sich heraus, daß insbesondere die Konfliktlösung zwischen den Kooperationspartnern aufgrund der strukturellen und prozessualen Unterschiede im Management ein zentrales Problemfeld darstellt. Während in Deutschland klare, eindeutige Regeln zur Konfliktlösung gefordert werden, entscheidet in Frankreich eine bestimmte Autorität kraft ihrer Stellung in der Hierarchie über den „Gemeinwillen“. Am Fall der deutsch-französischen Zusammenarbeit bei EUROCOPTER läßt sich feststellen, daß eine übergeordnete Expertenstelle existieren muß, um als Unparteiischer den Konsens zwischen den Kooperationspartnern zu finden. Cordula Thum
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