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Jan Wessels ? Vor rund einem Jahr beklagte sich Jan Wessels, daß er ein Doppelleben führe. Und tatsächlich! Jan war Andreas Scholz und Andreas Scholz ("Scholz, wie Bubi Scholz!") erkundigte sich u. a. per Telefon nach Versicherungen und fädelte geschickt physische Vertreter-Hausbesuche ein. Das alles für eine Telefonberatungs-Firma in Berlin. Sobald er seine Telefonkabine verliess, wurde er wieder zu Jan. Wobei diese Art von Persönlichkeitswechsel nicht immer so leicht sei, wie er versicherte. Das war vor Jans Doktorarbeit, die ja irgendwie finanziell abgesichert werden musste. Glücklich war er damit nicht wirklich. Doch im Laufe diesen Jahres sollte sich das Glück auf die Seite von Jan W. schlagen. Seine Doktorarbeit, die von Prof. Göhler und Prof. Klingemann betreut, auf den wundervollen Namen «Die integrierende Wirkung der europäischen Institutionen, vom Einfluss nationaler Politikkonzepte auf die Wahrnehmung Europas. Medienanalyse von acht deutschen und französischen Regional- und Boulevardzeitungen» hört, beschehrte ihm die Bestnote und, flugs für den VBKI-Preis eingereicht, auch Anerkennung und Bares. Der VBKI machte dann zu Jans Überraschung aus dem "Dr. rer pol" einen "Dr. rer phil", was nicht wirklich ein Problem darstellte. Wie man an diesem Karrieresprung unschwer erkennen kann, ist auch Jan eine Zyklus-Leuchte. Im Jahre1968 in der friedlichen Fahrradstadt Freiburg geboren, zog Jan nach bestandenem Abitur und Zivildienst geschwind nach Berlin, fing am OSI Politikwissenschaften an zu studieren, und ging mit dem deutsch-französischen Studienzyklus (Promo 92/93) ans IEP. Von dieser Zeit sind leider nur noch wenige Dokumente erhalten. Ein Foto lässt ahnen, daß Jan nicht immer schon auf ein seriöses Doktor-Leben zugearbeitet hat, sondern auch fröhlichen Weinabenden an der Seine durchaus nicht abgeneigt war und ist. Kochen und Essen ist schliesslich auch eines seiner liebsten Zeitvertreibe, auch wenn er auf die Frage nach seinem Lieblingsgericht "Kartoffeln mit Apfelmus" antwortet. Nun ja, vielleicht ist das das Lieblingsgericht von Andreas Scholz. Vielleicht ist es auch Andreas, der sich gerne Gauloises rauchend "Casablanca" anschaut. Jan ist seit Anbeginn des AGKV bei der Vereinsarbeit dabei. Seit Oktober diesen Jahres begnügt sich unser ehemaliger Kassenwart mit dem Status des einfachen Mitglieds, was alle Vorstandsmitglieder sehr bedauert haben. Jan ist nämlich auch ein Kerl, mit dem man Bier auf Bier trinken kann, ohne daß das Niveau der Konversation total absinkt. Und nun Herr Doktor? Nachdem Jan jetzt auch mit "Dr." unterschreiben kann und darf, und sich sein Traum vom Berufsschreibers für populärwissenschaftliche Sachbücher nicht sofort zu verwirklichen scheint, zeichnet sich eine neue Karriere für Jan W. ab. Er hat bei einer Consulting-Firma in Berlin einen Arbeitsvertrag als Arbeitszeitberater unterschrieben, den er nach einer rauschenden Silvesterfeier antreten will. Eine weitere Möglichkeit ist Projektmanager im Informationstechnologie-Zentrum, Abteilung Gesellschaft zu werden. Letzteres bedarf vielleicht noch einiger Erleuterungen, weil nicht so wahnsinnig explizit. Merci vielmals Herr Doktor und courage! Pascal Jentsch
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