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Nr. 4 / numéro 4 (Juni / juin 2001) TRIBUNE :
KÜNAST
ET GLAVANY : UN NOUVEAU COUPLE FRANCO-ALLEMAND Le dialogue franco-allemand reprend peu à peu, et tout le monde s'en réjouit. C'est la conclusion apparente d'une rencontre, fin avril à Berlin entre les Ministres de l'agriculture français et allemand, Jean GLAVANY et Renate KÜNAST, lors d'un débat télévisé à l'invitation de Brigitte SAUZAY, conseillère du Chancelier fédéral pour les relations franco-allemandes. L'ancien ministre de l'Agriculture et actuel responsable des affaires internationales au PS, Henri NALLET, le Président de la FNSEA - depuis remplacé [note de la rédaction] -, son " homologue " allemand, Gerd SONNLEITER, et Manfred BRUNNER, le Président du groupement des producteurs de farines animales, étaient aussi de la partie. La France et l'Allemagne semblent avoir dorénavant un certain nombre de points d'accord en matière de politique agricole au niveau européen. Certes, l'Agenda 2000, pierre d'achoppement entre les deux pays au sommet de Berlin en 1999, entraîne toujours des divergences. Sans les aides actuelles, affirme la France, un grand nombre d'agriculteurs ne pourraient survivre. A quoi l'Allemagne rétorque que dans la perspective de l'élargissement européen en direction de l'Europe centrale, orientale et balte, il faut trouver un nouveau compromis concernant la répartition des aides. Mais les deux ministres se sont employés à afficher leurs points d'entente. " Il faut que l'Union Européenne dispose de moyens de contrôle ", a affirmé Jean GLAVANY. Objectif qui, renchérit Renate KÜNAST, satisfera autant les intérêts des agriculteurs que ceux des consommateurs. Et la nouvelle recrue du gouvernement SCHRÖDER de plaider pour une " relance du dialogue franco-allemand " qui permettra de produire en respectant des impératifs de qualité. Aucun des responsables syndicaux n'a vraiment cherché à mettre les Ministres dans l'embarras, conscients sans doute qu'il ne fallait pas ici mettre de frein au rabibochage entre les deux partenaires. Surtout pas devant les caméras de la chaîne d'info Phoenix, qui enregistraient bravement cet échange de bonnes paroles. Après les dissensions de Nice, le dialogue franco-allemand semble donc de nouveau à l'ordre du jour. Jean GLAVANY, qui a admis avoir " souffert un peu de ce manque de dialogue ", s'est " profondément réjoui " de constater qu'à présent, on pouvait " le reprendre ". Une perspective qui rend Renate Künast " encore un peu plus optimiste ". Reste à savoir si tout cela résistera à l'épreuve du temps… surtout en période électorale où chacun doit composer avec l'opinion publique nationale L'AMITIE
FRANCO-ALLEMANDE AU MENU Les relations franco-allemandes se portent à merveille. Désormais, on s'invite mutuellement à dîner des deux côtés du Rhin, toutes les 6 semaines. Une décision qui remonte au sommet de Blaesheim, où Jacques CHIRAC et Lionel JOSPIN se sont mis d'accord avec Gerhard SCHRÖDER pour tenter de recoller les morceaux après le Conseil européen de Nice, en décembre dernier, qui a mis au grand jour les divergences au sein du " couple franco-allemand ". Ce sont les grands chefs qui sont contents. A l'instar d'Henri FAUGERON, deux étoiles au Michelin, Paris XVIe, le 11 mai dernier. Pour mettre fin aux combats de chefs, les recettes ne manquent pas. Voici
celles d'Henri FAUGERON : En
dessert, tous les convives ont choisi un clafoutis aux cerises avec un
sorbet aux griottes, à l'exception d'Hubert VEDRINE qui a préféré un mélange
de sorbets. QUADRATUR
DER DREIECKE Deutschland und Frankreich können sich seit Ende des kalten Krieges immer weniger als der "Motor" im europäischen Integrationsprozess profilieren, bleiben jedoch gleichzeitig aufeinander angewiesen und bemüht, die Exklusivität des Bilateralismus zu erhalten. Ohnehin steht die EU von schwer zu bewältigenden Herausforderungen, wie sich an den Problemen der Definition einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitpolitik, der Osterweiterung oder der Debatte um eine Europäische Verfassung zeigt. "Europe à plusieurs vitesses", "coopérations renforcées" und ähnliches sind Schlagworte, die Flexibilisierungsbestrebungen für eine weiterhin funktionierende EU ausdrücken.Betrachtet man die aktuelle Situation, so zeigt sich die besondere Rolle Deutschlands und Frankreichs insbesondere im Verbund mit Dritten: die Fortschritte der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität sind - auch im Zusammenhang mit der Katalysatorfunktion des Kosovo-Krieges - einer engen Kooperation des deutsch-französischen Tandems mit Grossbritannien zu verdanken. Die Beziehungen zu den beitrittswilligen Mittel- und Osteuropäischen Staaten erfolgt vorzugsweise im Rahmen des "Weimarer Dreiecks" mit Polen. Liegt die Besonderheit der deutsch-französischen Beziehungen im zukünftigen Europa nun darin, sich durch zusätzliche Sonderbeziehungen weiterhin als integrationsfördernd zu beweisen? Immerhin unterhalten beide Länder auf vielerlei Ebenen ein besonderes Kommunikations- und Kooperationsnetzwerk, welches dem Bilateralismus eine übergeordnete Intensität verleiht. Um Ziele auch in einer erweiterten EU durchzusetzen zu können und den Veränderungen gerecht zu werden, besteht zumindest die Option einer "Quadratur der Dreiecke" mit Grossbritannien und Polen - einer neuen Form der "variablen Geometrie à l'européenne" ? PENDELN
- PENDELN - PENDELN Obwohl die meisten Fernzüge mindestens fünf Minuten Verspätung haben, stehe ich auch heute wieder eine Viertelstunde vor der regulären Ankunftszeit auf dem Bahnsteig. Meine Augen kleben auf der schmutzigen Bahnhofsuhr, ein Modell aus den Siebzigern, deren Sekundenzeiger sich scheinbar immer mühsamer von Strich zu Strich quält. Wenn die Sommerhitze nicht so unerträglich wäre, man könnte meinen, Gleis 17 des Brüsseler Südbahnhofs friert langsam ein. Doch ehe meine Lethargie in Ärger über Verspätungen im Allgemeinen und die Belgische Bahn im Besonderen umschlägt, erlöst mich das Raunen der bislang schweigend Wartenden, die bei der Einfahrt des Zuges in kollektives Lächeln verfallen und aufgeregt zu hampeln anfangen. Im Ankunftsgedrängel gilt es, in der Mitte des Bahnsteiges auf Zehenspitzen sich nach allen Seiten gründlich umzuschauen: Eurokraten und Geschäftsleute gestresst, Touristen orientierungslos, Großmütter mit Tränen in den Augen, Großväter großväterlich wiehernd, Verliebte eng umschlungen. Wenig später hat auch der letzte Reisende den Bahnsteig verlassen. Ich zünde mir die "Sie hat ihn schon wieder verpasst"-Zigarette an, die ich schon länger in der Hand halte. Tief durchatmen. Meine Freundin verpasst 80 Prozent aller Züge, zumindest seitdem ich sie kenne. Momentan pendeln wir zwischen Freiburg und Brüssel. Sieben und eine halbe Stunde im Zug. Davor zwischen Freiburg und Berlin. Sechs und eine halbe Stunde, wenn man den ICE erwischt. Davor zwischen Berlin und Paris, 12 Stunden im Nachtzug. Dazwischen noch ein bisschen Paris-München und Frankfurt-Paris. Flugzeuge lehnen wir beide ab. Aus ökologischen Gründen, sagen wir denen, die fragen. Jedes Mal, wenn ich von einer dieser Wochenend-Trips kommend, die Stunden bis zu meiner Ankunft zähle, fluche ich auf Fernbeziehungen. Leben im 14-Tage Rhythmus. Dazwischen ein Stimme am Telefon. Und wenn ich mich gerade mit der Situation abgefunden habe, dem Selbstmitleid entkommen bin, muss ich wieder bei der Bahn anrufen, um die Ankunfts- oder Abfahrtszeit zu erfragen. Gleitendes Zappen zwischen zwei Welten. "So viel unterwegs, ihr seid ja richtige Europäer", gehört zu den dämlichsten Kommentaren meiner Freunde, "Selbst schuld" zu den treffendsten. Der zwanghaft unfreundliche belgische Zugbegleiter gibt mir die gefürchtete Auskunft: Nächster Zug aus Köln 23:58 Uhr. Also, in zwei Stunden. Schon mal einen Freitag Abend auf dem Brüsseler Südbahnhof verbracht ? Zwischen all den Unruhigen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit auf Bahnhöfen rumtreiben. Ausgesetzte, Versetzte, wartend auf den letzten Zug nach Irgendwo. Nur wenige Penner, dafür immer mehr Sicherheitsbeamte. Der Endvierziger neben mir am Tisch trinkt schwarzen Kaffee. Er sei etwas krank, leide an Schlaflosigkeit, murmelt er. "Dann trinken Sie etwas anderes als Kaffee abends", entgegne ich wenig mitleidig. Meine aufgeschlagene Zeitung erfolgreich ignorierend, erzählt er von Fernzügen. Voller Tradition, Geschichte und Mythen seien die. Ich denke an Agatha Christies "Mord im Orientexpress" und Klaus Bednarz in der Transsibirischen Eisenbahn. Wo es denn hingehe, frage ich. "Heute Abend nach München, morgen Abend zurück", sagt er schmunzelnd. Sollte dieser Mensch in einer noch dramatischeren Lage sein als ich ? Er gönne sich das zweimal im Monat, sagt er. "Nirgendwo kann ich so gut schlafen wie im Zug. Das angenehme Rattern, der Wind, und, wenn ich ganz viel Glück habe", schwärmt er, "peitscht auch noch der Regen gegen die Scheiben." Er mache das schon seit 20 Jahren, fährt er fort, aber seit kurzem leiste er sich den Schlafwagen. Eigentlich kenne er alle Nachtverbindungen in Europa. "Auch den von Berlin nach Freiburg", frage ich. "Ist das der, wo hübsche Männer morgens um 5:30 Uhr lauwarmen Kaffee ausschenken", fragt er nach. Genau den, antworte ich. "Na dann eine gute Fahrt junger Mann, ich muss los", sagt er plötzlich ungeduldig und geht zielstrebig auf sein Gleis zu. Um 23:50 Uhr stehe ich wieder auf dem Bahnsteig. Das nächste Mal lass ich sie warten, ganz bestimmt. Mindestens eine Viertelstunde. Doch meine sadistischen Phantasien werden vom einfahrenden Zug wieder vertrieben. Meine Zigaretten lasse ich ganz bewusst in der Tasche. "Ich will nie wieder Zug fahren", ist das erste was sie sagt. Ihr abwesender Blick und ihre Körperhaltung erzählen mir von den Menschen im Zug: den schreienden Kindern, den nörgelnden Alten, den nervigen Romanistinnen mit Freund in Frankreich. Irgendwann kommt sie bei mir an. Drei Tage vergehen schnell, - genervt bis in die Zehenspitzen schleife ich ihr Gepäck in den Bahnhof, der Zug hätte vor drei Minuten abfahren sollen. Wie gesagt, meine Freundin verpasst fast jeden Zug. Heute bekommt sie ihn gerade noch. Sie winkt, und ich schaue außer Atem den roten Lichtern nach, die sich erst langsam und dann immer schneller entfernen.
NACHTRAG: nach einem kurzen Berlin-Köln Intermezzo scheint sich das Pendeln
für mich vorerst erledigt zu haben, - und es geht mir gut dabei ! |
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