Association Gerhard Kiersch Verein [agkv] Courrier Paris Berlin [home]

 

Nr. 5 / numéro 5 (April-Mai 2002 / avril-mai 2002)

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AGKV INTERN :

WINTERSCHLAF / PARISER FRÜHLING?

Aufmerksamen Courrier-Paris-Berlin-Lesern und treuen AGKV-Internet-Seiten-Besuchern ist es vielleicht schon aufgefallen : die alljährliche Vereinstagung, welche fürden Herbst angekündigt war, hat nicht stattgefunden.

Andere werden vielleicht erst durch diese Zeilen entdecken, daß es sowas wie eine Planung einer Vereinstagung gegeben hat und erinnern sich vage an die vergangenen Tagungen. Wir hatten ja eigentlich viel Spaß, aber wie war gleich das Thema noch ? Sie findet also nicht statt, und daß, obwohl alles vorbereitet war : das Programm stand, die Experten waren ausgesucht und teilweise auch angeschrieben worden, der Raum war angefragt etc. etc. Enfin, so ist es nunmal, wenn man nur eine handvoll Leuten ist (davon 80% in Berlin, also nicht vor Ort), und eine Konferenz für rund 300 Personen ausrichten soll, von der man vorher schon weiß, daß sie nicht gut besucht werden wird.

Schade, wir hatten die vergangenen Jahre ja eigentlich immer viel Spaß gehabt... Mais ... si c'était vrai, und wenn es tatsächlich so sein sollte, daß wir als Verein erfolgreicher, aktiver und schwungvoller agieren würden, wenn wir uns auf das konzentrierten was uns alle eigentlich zusammenhält ? Wie wäre das ? Auf einem inoffiziellen Treffen von Ehemaligen meinen wir festgestellt zu haben welches Programm sich als Zugpferd für den Verein entpuppen könnte : Spass oder Spässeken ! Was soll das heißen ?

Das soll heißen, daß wir uns überlegen sollten, ob wir die Konvivialität unseres Verein nicht an erste Stelle setzen sollten und natürlich kleine Veranstaltungen kultureller, wissenschaftlicher Art nebenher zu organisieren ? Wir würden uns vorstellen, daß wir dieses auf der nächsten Mitgliederversammlung ausgiebig diskutieren sollten (im Frühling/Sommer in Berlin) und das ganze zum Anlass für ein Frühlings- oder Sommerfest nehmen sollten.

A propos Frühling. Wer kennt das nicht : Die Luft wird irgendwie weicher, die Temperaturen steigen fast proportional zu der Anzahl der in Bus und U-Bahn anzutreffenden Heuschnupfnasen und Kaninchenaugen, plötzlich entdeckt man den Vogelgesang neu, und alles scheint überhaupt leichter und mit neuer Energie versehen gen neue Abenteuer zu streben.

Auch auf Vereine scheint dieses Phänomen Anwendung zu finden : Neben einem neuen Courrier Paris-Berlin, einem neuen Livre des Anciens, regelmässigen Jour-Fixe-Veranstaltungen stehen in nächster Zeit vor allem zwei grössere Veranstaltungen ins Haus. In Kooperation mit der Association des Anciens de Sciences Po en Allemagne, die sich noch in Gründung befindet, bereitet der AGKV an drei an die Wahlen an Deutschland und Frankreich angelehnten Terminen jeweils eine Diskussionsveranstaltung mit hochkarätigen Rednern vor.

Diese Veranstaltungen finden am 26. April, 31. Mai und 19. September 2002 im Roten Rathaus zu Berlin statt, und ... sind für Mitglieder selbstverständlich gratis.

Eine letzte Neuerung : der Verein hat für die Koordinierung der Veranstaltungen und die tägliche Verwaltungsarbeit einen einmonatigen Arbeitsvertrag mit Chloé Aublin geschlossen. Bei Fragen zu Mitgliedsbeiträgen, Steuerbescheinigungen, Adressänderungen usw. steht sie jedem gerne Rede und Antwort (Kontak : Chloé AUBLIN beim FB Politik-und Sozialwissenschaften der FU Berlin (Tel.: +49 (0)30 / 838 550 16 ; fax : +49 (0)30 / 838 559 20 ; eMail :
infoAT agkv DOT org )
Herzliche aus dem frühlingshaften Berlin!
Euer Vorstand


TRANSNATIONALE WAHLBEOBACHTUNG

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der deutschen Sektion der Anciens de ScPo und der Association Gerhard Kiersch Verein (AGKVeV.) in Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Doppeldiplomgramm des Institut d'Etudes Politiques de Paris und der Freien Universität Berlin)

Anlässlich der französischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen und der deutschen Bundestagswahl im Jahre 2002 planen die deutsche Sektion der Anciens de ScPo und der AGKVe.V. (in Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Doppeldiplomgramm) eine Reihe von drei Diskussionsveranstaltungen, die den Wahl-kampf in beiden Ländern nicht nur begleiten, sondern die Politik in beiden Ländern aus transnationaler Pers-pektive kritisch hinterfragen sollen.
Zusätzlich sind zwei Wahlparties geplant.

Die deutsche Sektion der Anciens de ScPo hat sich im Jahre 2001 konstituiert. Sie ist eine Vereinigung der in Deutschland tätigen Absolventen des Institut d'Etudes Politiques de Paris und zugleich eine Teilorganisation der "Association des Anciens Elèves de ScPo".

Der AGKV e.V. wurde 1995 gleichzeitig in Deutschland und Frankreich unter der Schirmherrschaft des ehemaligen französischen Botschafters in der Bundesrepublik, Serge Boidevaix und des Bundesministers a.D., Hans-Dietrich Genscher gegründet und umfasst die Ehemaligen, Freunde und Förderer des Deutsch-Französischen Doppeldiplomprogramms in Politik- und Sozialwissenschaften, das gemeinsam vom Institut d'Etudes Politiques de Paris und vom Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin durchgeführt wird. Ein wesentliches Ziel beider Vereine ist es, den transnationalen Dialog im europäischen Rahmen zu fördern.

Die Konzeption der Veranstaltungsreihe geht von der Überlegung aus, dass sich die Politik im heutigen Europa (und hier speziell Frankreich und Deutschland) in einer Krise, oder zu mindestens in einem Veränderungspro-zess, befindet. Diese Veränderung von Politik wird von der Zivilbevölkerung vielfach als Bedrohung empfun-den, die das Vertrauen in die Politik als gestalterisches Element stark in Frage stellt. Juristische, ökonomische und sich am Marketing orientierte Wertemuster scheinen demokratische, solidarische am Gemeinwohl orientierte Wertemuster zu verdrängen, und die Belange der Zivilgesellschaft auf das Abstellgleis zu verweisen.

Diese Entwicklungen sollen in der Veranstaltungsreihe mit betroffenen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Vertretern der angesprochenen Einflußspähren vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentschafts- und Bundestagswahlen diskutiert werden.

Wahlkampf kann in einem zusammenwachsenen Europa jedoch nicht mehr nur national, sondern muss in zunehmendem Maße in ihrer transnationalen Dimension begriffen und konzipiert werden. Zum Beispiel handelt es sich bei europäischer Politik nicht mehr um ein Feld der Außenpolitik, sondern um europäische Innenpolitik. Angesichts dieser Entwicklung sollte es ein wichtiges Anliegen sein, demokratische Wahlen aus ihrer nationalen Borniertheit zu lösen und den im Wahlkampf angelegten Dialog zwischen den politischen Eliten und dem Demos nicht nur national, sondern transnational zu führen.

Die im Jahr 2002 in kurzer Abfolge aufeinander folgenden Wahlen in Frankreich und Deutschland bieten einen guten Anlass, diesem Anliegen etwas näher zu kommen und aus der Perspektive transnationaler europäischer Problemlagen, den Dialog mit und zwischen den politischen Eliten beider Länder zu intensivieren und nach den deutsch-französischen Antworten zu fragen.
Vorgesehen sind drei Veranstaltungen zu folgenden Themen:

Freitag, 26.04.2002 Programm oder Kampagne : Krise politischen Meinungsbildung
Freitag, 31.05.2002 Herrschaft der Justiz : Krise politischen Verantwortung
Freitag, 13.09.2002 Macht der Wirtschaft : Krise demokratischen Politik

Die Veranstaltungen finden jeweils in Zusammenhang mit den drei folgenden Wahlen statt:
1. Wahlen zum Präsidenten in Frankreich (21/04 und 05/05)
2. Legislativwahlen in Frankreich (09/06 und 16/06)
3. Bundestagswahlen in Deutschland (22/09)

Die Gesprächsrunden werden auf eine Dauer von 2-3 Stunden angelegt und sollen regelmäßig mit einem kleinen Umtrunk und der Möglichkeit zum informellen Gespräch ausklingen.
Eingeladen werden jeweils :

· Zwei Vertreter aus der Politik, davon je eine Franzose und je ein Deutscher aus unterschiedlichen Parteien in Deutschland und Frankreich.
· Ein Vertreter aus dem betroffenen Bereich (Justiz, Marketing oder Wirtschaft)
· Ein Wissenschaftler, der zu diesem Thema interessante Beiträge beisteuern könnte
· Ein Moderator

Die Moderation der Diskussionsrunden soll von Spezialisten getragen werden, die in den jeweiligen Sachgebieten über komparative Kenntnisse verfügen. Der Schwerpunkt der Debatte soll in allen Gesprächsrunden im Dialog zwischen den eingeladenen Gästen und dem Publikum liegen. Neben den Mitgliedern der beiden Vereine werden zu den Gesprächsrunden interessierte Studierende und speziell die Studierenden des deutsch-französischen Doppeldiplomprogramms des Institut d'Etudes Politiques und der Freien Universität Berlin geladen. Darüber hinaus wird die Veranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich sein. Insgesamt wird pro Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmern gerechnet.

Um den transnationalen Anspruch der Debatte in besonderer Weise zu unterstreichen und um der bilateralen Struktur der beiden Veranstalter zu entsprechen, wird darüber hinaus eine direkte Übertragung der Veranstaltungen per Videokonferenz in das Heinrich-Heine Haus in Paris angestrebt. Diese böte auch den in Paris ansässigen Vereinsmitgliedern und Studierenden sowie der dort präsenten interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich zumindest virtuell an dem Dialog teilzunehmen.

Schließlich soll die Veranstaltungsreihe gekrönt werden durch zwei große Wahlpartys, die anlässlich der französischen Präsidentschaftswahlen am 5.Mai und der deutschen Bundestagswahl am 22.September in Berlin organisiert werden. Weitere Infos sind bei Chloé Aublin, beim FB Politik-und Sozialwissenschaften der FU Berlin (Tel.: +49 (0)30 / 838 550 16 ; fax : +49 (0)30 / 838 559 20 ; eMail : infoAT agkv DOT org erhältlich.